Mit ganzem Herzen dabei

Predigt am Faschingssonntag 2006 in Rechtenbach
8. Sonntag im Jahreskreis
Lesung: 2Kor 3, 1b-6 / Evangelium: Mk 2, 18-22

 

Tim: Die Kirche sieht heut aus recht bunt
Es scheint es geht hier mächtig rund

Svenja: Verkleidet sind hier viele Kinder
Die gute Stimmung sieht ein Blinde

Anna: Doch in der Kirche soll man beten
Und nicht zu viel vom Fasching reden

Pfarrer: Na, ihr drei, was ist denn los
Diskutiert hier ganz famos!
Wundert euch das Kirchenhaus,
dass die Freude heut´ kommt raus?

Tim: Darf man in der Kirche denn
in Klamotten rumgerenn,
die man nur an Fasching hat?
Ist das so, dann bin ich platt!

Svenja: Ja, und schau die grinsen alle.
Ich sag euch in diesem Falle
heut die Kirche lustig ist,
das wird sonst von mir vermisst.

Anna: Ja genau, und Kinder sollen,
wenn sie das am Sonntag wollen,
vorne am Altar mitstehn,
denn so kann die Langweil´ gehn.

Pfarrer: Ah, mir scheint, ihr wisst Bescheid
Ohne Kinder, weit und breit,
fehlt im Gottesdienst die Würze
Ja, so sag ich´s euch in Kürze:
Schön, dass ihr hierher gefunden
dreht im Gotteshaus die Runden
denn Gott will in jedem Falle
von den Kindern möglichst alle

Tim: Heut, da sind zwar viele da
Aber sonst, das ganze Jahr
sind noch Lücken in den Bänken
mancher tut die Arm´ verschränken
denkt sich ohne Gott allein
komm ich in den Himmel rein.

Svenja:  Doch auch manche Eltern schicken
meinen, dass sie wohl durchblicken,
in die Kirche schnell ihr Kind
weil sie selbst im Bett noch sind.

Anna: Das ist gemein, nur wir soll´n gehn
wie können, Kinder, wir´s verstehn?
Für Groß und Klein, das wissen alle
ist Gott stets da, in jedem Falle!

Pfarrer: Ach ja, ich kenn´s die faulen Reden,
weil viele sich bequem ergeben
am Sonntag Morgen der Bettdecken
der Gottesdienst scheint abzuschrecken.
Mit Zwang und Druck kommt man nicht weiter
nicht jeder liebt die Messe, leider.
Drum schaut euch unsre Kinder an:
Begeisterung ist da viel dran.
Voll Eifer sind sie voll dabei,
Gott ihnen ist nicht einerlei.
Die Kirche lebt von eurer Freude
wir brauchen viele junge Leute

Tim: Sagt Jesus nicht, man soll den Wein
Nicht tun in alte Schläuche rein?
Naja, wir sind noch ziemlich jung
wer da zu alt, schaut aus ganz dumm.

Svenja: Und Jesus spricht vom neuen Stoff,
doch zu viel Neues gibt oft Zoff.
Ein mancher hängt am alten Kleid
und lässt nichts Neues in sich rein.



Anna: Die Kirche wünschen wir uns froh
und denken: wär es öfter so,
dann gingen wir mit Freude rein
und niemals müsste Druck dann sein!

Pfarrer: Doch denkt daran, es zählt auch Beten
deshalb macht Kirche nicht bloß Feten.
Auch wenn der Spaß nicht erste Stelle,
sag ich´s euch für alle Fälle,
dass die Kirche Nutzen hat
du pflegst so auch deinen Draht
zu dem lieben Gott nach oben
stets muss Glaube sich erproben

Tim: Heißt das, wenn man hat ne Bitte,
ist es eine gute Sitte,
Gott um seinen Rat zu fragen,
darf man sich zu ihm dann wagen?

Svenja: Ja du kannst auch, wenn du suchst,
rechtzeitig bevor du fluchst,
dann Antonius, der ja heilig
um Hilf bitten, wenn´s dir eilig

Anna: Meine Oma sagt das auch,
dass es ist ein guter Brauch.
Schnell wird ein Gebet gesagt,
wenn du was vergessen hast.

Pfarrer: Ja, auch wenn Dreikönigskleider
nicht zu finden, muss man leider,
lange suchen und sich fragen:
Wo hab ich sie hingetragen?
Unsre Schwester suchte lang,
allen andern wurd´ schon bang,
Nein, Antonius bitt´ ich nicht,
das wär´ ausgenutzt, ganz schlicht
nur weil ich ´was kann nicht finden
möcht´ ich seine Hilf nicht binden.
So geht drauf im Schwesternhaus
die Nähmaschine lang nicht aus
man die verschollenen Gewänder
ersetzt durch neue Sortimenter
Doch wie man´s wendet oder dreht,
es hätt´ geholfen, das Gebet.
Denn, es war ne Weile später,
war ein Schrank, ein lang verschmähter,
als Dreikönig längst vorbei
mitten in der Sakristei
das Versteck für die Gewänder
ja, jetzt lässt sich´s nicht mehr änder.
Suchst du was, und findest´s nicht
bete zum Antonius schlicht.

Tim: Ich geb´ zu, man ist mal faul,
hält beim Beten oft sein ..… seinen Mund
Weil man Gott nicht immer sieht
und das Frommsein sich verzieht.

Svenja: Ja, ganz ehrlich wenn ich bin
denk ich manchmal: Hat das Sinn?
Trotz des Betens, lieber Gott
erfüllst nie meine Bitten flott

Anna: Ja, selbst manche Superchristen
sind nicht nur die Allerbesten
wenn´s um Nächstenliebe geht
ist man gar nicht so konkret

Pfarrer: Nun, das Christsein ist nicht leicht
denn man spürt, dass es nicht reicht
nur mal in die Kirch zu gehen
um den lieben Gott zu sehen.
Und auch Paulus sagt´s nicht minder
in dem Brief an die Korinther:
Für das gute Bild nach außen
pflegt auch Gott bei euch zu Hause
lebt im Glauben Einigkeit
dann ihr ein Brief Christi seid.
Denn das Christsein wird dann sichtbar
und für alle unverzichtbar
wenn der Glaube kommt vom Herz
dann zieht´s alle himmelwärts.
Wer nach Gutem ständig strebt
sorgt dafür, dass Christus lebt

Tim: Oh, das hab ich gut verstanden
dafür wollen wir dir danken

Svenja: Denn darüber sind wir froh
Jesus ist das A und O!

Anna: Ohne ihn kann ich nicht sein
als Pfarrei wär´n wir allein.
Deshalb schenken wir das Herz
ganz mit Ernst und ohne Scherz

Svenja: Jesus liegt uns sehr am Herzen
und wir könnten´s nicht verschmerzen

Anna: wenn nicht alle sagen Ja,
Jesus, du bist wunderbar!

Alle Kinder: Deshalb bitten wir euch alle
teilt das Herz in jedem Falle.
Lasst in euch lebendig sein
Jesus, der für groß und klein,
immer voller Liebe ist
er ein Herz aus Stein zerbricht
Und so sagen wir ganz frei
Seid mit ganzem Herz dabei!

 

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