In Deutschland Weltmeister sein!

Faschingssonntag 2007
 7. Sonntag i. Jahreskreis  – C

 

 

Wenn überall die Narren toben
Wenn Sorgen scheinen ganz verflogen
Wenn bunte Farben nur regieren
Wenn Witze stetig triumphieren
Wenn Party ist von früh bis nacht
dann gibt der Faschingsmuffel acht
und schaut dass er sich nicht ansteckt
er hält sich gerne ganz verdeckt
er flüchtet in die Kirche rein
und denkt: Hier wird kein Fasching sein
doch Achtung, es ist doch katholisch,
dass man ist nicht nur melancholisch
denn vor der Fastenzeit, gebt acht,
da wird erst noch mal viel gelacht
der Katzenjammer kommt danach
so manchem ist es dann ganz arg
denn hat die Gaudi zu viel Schwung
schwört man sich nachher Besserung
man sehnt die Fastenzeit herbei
nach langer, feister Schlemmerei
und freut sich schon auf den Verzicht
und manches einfache Gericht
denn war man erst noch Possenreißer
kann man nicht mehr, ist man ganz heiser
der Kopf tut weh, die Stimme fort
das war´s dann mit dem Spaß-Rekord
doch tut´s der Stimmung keinen Bruch
es reiht sich Faschingszug an Zug
es jubilieren alle Geister
in Deutschland ist man stets Weltmeister

Nun, die WM im letzten Jahr
Die war ja wirklich wunderbar
Was das mit Kirche sich berührt?
Das hat man schnell herausgespürt!
Ein Paulo Sergio kam nach Lohr
Und das kommt wirklich selten vor
Denn Fußballweltmeister ist er
Erfolge sammelte er sehr
Doch neben deutscher Meisterschaft
Und Championssieg mit Leidenschaft
Gedrückte Stimmung macht sich breit
Für Italiener war´s „all right“
Noch wehten vor dem Pfarrheim oben
Die Fahnen der WM Nationen
Doch gab´s am nächsten Tag ne Lücke
Hat in der Nacht mit sehr viel Tücke
Die grün weiß rote Fahne wer
Entwendet, weil er traurig sehr
Und scheint´s den Anblick nicht ertragen
Die Niederlage lag im Magen
Auch mir als Fan hat´s andern Tag
Die Stimmung doch verschlagen arg
Doch kurz danach mit viel Gedröhn
Sang man in Stuttgart ist es schön
Ruckzuck war alles jubelnd heiser
Im Herzen war Deutschland Weltmeister

Was fußballtechnisch gut gelang
Und nicht zu viele Müh verschlang
Das – merk ich einfach an lakonisch –
Ist, wenn man ist, gar recht katholisch
Im Alltag gar nicht immer leicht
Weil dann es doch nicht immer reicht
Dem Nachbarn mal die Hand zu geben
Um Frieden für sich zu erstreben
Denn dumm ist, wenn sich grad
Der falsche hat der Bank genaht
Nun sitzt gar neben mir ein Depp
Das nennt man Friedenshandicap
Zwar sagt uns Gott: Halt hin die Wange,
doch wird es ernst, wird mir ganz bange
denn Gutes tun, selbst meinen Feinden
klingt gut, wenn meist nicht ich gemeint bin
drum ist der Friedensgruß ein Zeichen
bei dem man schnell kann mal erbleichen
wenn neben dir der falsche steht
das lachen dir da schnell vergeht
doch lassen wir heraus uns fordern
dann ist der Friede schnell geworden
der wahre Held, er reicht die Hand
und bleibt nicht länger arrogant
in Nächstenliebe werd´ ruhig dreister
das macht in Deutschland zum Weltmeister.

Dass man klagt und leidlich jammert
Und sich an Materielles klammert
Denn was man zum Glück erst braucht
Und auch ordentlich was taugt(cht)
Kann man sich halt gar nicht kaufen
Sich auch nicht mit Müh erlaufen
Denn das Leben ist Geschenk
Gottes Liebe eingedenk
nur geschenkt ist seine Nähe
Er ist unsre Glückstrophäe
Er macht uns zu seinem Star
So ist Christ Sein wunderbar
Ich brauch nicht durch Leistung glänzen
Gott will mich mit Ehr bekränzen
Sein Erbarmen macht uns reich
Das ist Glück auf einen Streich

Am End mit Gott als Wegbegleiter
Wird jeder schließlich ein Weltmeister
Nebst Ruhm und Fernsehprominenz
Und fußballtechnisch Referenz
 War für ihn höchster Topgewinn
Jesu Liebe in ihm drin
Da staunten viele Fußballfans
Wie er da stand ganz souverän
Und nicht vergaß in dem Erfolg
Dass er ein Teil von Gottes Volk
So kann man auch in Deutschland leben
Wenn man´s Finale hat vergeben
Und nur im Herzen Meister ist
Weil man dann dabei nicht vergisst
Dass es im Leben doch auch zählt
Dass Gott den Menschen auserwählt
Auch ohne Sieg wertvoll zu sein
Da braucht man gar nicht traurig sein
Der christlich Fan, voll Inbrunst schreit er
in Deutschland ist man so Weltmeister
.

Deutschland einig Jubelland
La Ola geht´s von Hand zu Hand
War man im Sommer voll begeistert
Hat das der Winter noch erweitert
Vom Fuß zur Hand ging drum der Weg
Der Handball brachte den Beleg
Was noch im Sommer war verwehrt
Als Sommermärchen wurd geehrt
Das Wintermärchen wurde war
Es trat vor Augen hell und Klar
Vor Freude waren manche heiser
Deutschland ist Handball Weltmeister.

Doch wo kam diese Stimmung her?
Die Autocorsos hin und her
So kannt´ man Deutsche vorher nie
Verbissen schauten eher die
Und mancher der sonst jubeln wollte
Ein skeptisch Blick man dem noch zollte
Man war so voll emotional
Die Stimmung stets phänomenal
Statt Streit und Krieg der Nationen
Tat man die Freundschaft stets betonen
Nur bei uns in Rechtenbach
Beim Halbfinal die Niederlag

Doch manchmal hat man das Gefühl
Dass wer sein Leben mit Kalkül
Gestaltet leidlich ohne Gott
Lebt dabei gut und auch recht flott
Es scheint sogar es geht viel besser
Weil selbiger lebt meistens kesser
Er denkt dabei viel mehr an sich
Und lebt auch damit ordentlich
Es scheint der Christ ist da der Dumme
Geht es um ihn, ist er der Stumme
In Demut und Bescheidenheit
Lebt er in seiner Frömmigkeit
Ist gut zu sich und auch zum andern  
er kümmert sich sehr um die Kranken
doch fragt sich: Was bleibt denn für mich?
Ich sorge mich meist brüderlich
Verhalte mich untadelig
Doch besser geht es stets nur denen
Die sich bequem zurück nur lehnen
Die sich als Egoisten halten
Und ohne Gott durchs Leben fallen.
Doch Jesus spürt, das bleibt nicht so
Denn Ich - Sucht macht nicht wirklich froh
Wer gibt, dem wird gegeben werden
Beschenkt wird dadurch man auf Erden
Ein fröhlich Herz wird fröhlich geben
Was frei geschenkt macht reich das Leben
Das Glück kann man mit Geld nicht kaufen
Und sich nicht selbst zusammenraufen
Wer gibt, bekommt in reichem Maße
Im Alltagstrott wird zur Oase
Was man mir unverdient geschenkt
Ins Herz sich so etwas einsenkt
Das tut dann gut, macht´s Herz noch weiter
in Deutschland wird man so Weltmeister

Ganz gleich ob Hoch oder auch tief
Egal wie unser Leben lief
Ob wir sind immer sehr zufrieden
Oder auch mal unentschieden
Gott kann uns Erfüllung geben
Selbst wenn es in unserm Leben
Grad nicht immer perfekt klappt
Und man sich dabei ertappt

 

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