Predigt  zum Gründonnerstag 2003

 

Unser Papst hat im Blick auf das Jahr 2003 den Schatz des Gebetes, den die Tradition unserer Kirche überliefert, in den Vordergrund gerückt. Gerade das Rosenkranzgebet spielt dabei eines besondere Rolle, weil es in ganz einfacher Form das gesamte Leben Jesu betrachtet und durch die besondere Rolle der Gottesmutter Maria den Menschen selber mit Jesus immer wieder in Verbindung bringt.
Im Rahmen dieser Überlegungen entstanden nun fünf ganz neue Gesätze: der lichtreiche Rosenkranz. Ich möchte in diesen ganz besonders intensiven Tagen eine Verbindung zum Leben und Leiden Jesu herstellen und aufzeigen, wie wir selbst im Leiden noch vom Licht sprechen können.

Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat

Das ist mein Leib für euch! Jesus gibt uns nicht nur gutgemeinte seelsorgliche Ratschläge. Er predigt nicht nur toll, so dass im viele Menschen hinterher ziehen, um ihn zu hören.
Er lebt, was er sagt.
„Ich gebe meinen Leib für euch.“ Ich lasse mich sogar für euch zerreißen. Was ist das für eine außergewöhnliche Botschaften an uns Menschen? Jesus schenkt uns nicht nur ein bisschen Zeit, sondern alles.

Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

...und das obwohl schon damals der engste Kreis der Jünger eine Gruppe von Menschen war, die es eigentlich nicht verdient haben. Einer verrät ihn für 30 Silberlinge, bis auf Johannes wagt es keiner seiner Jünger ihn auf seinem letzten Leidensweg wenigstens Trost zu spenden und sein engster Vertrauter gibt sogar vor ihn nicht mehr zu kennen, weil er Angst um sein eigenes Leben hat.
Was sind das für Freunde? Freunde, wie wir sie auch schon einmal kennen lernen mussten? Freunde, die uns enttäuscht haben, wenn wir sie am nötigsten brauchten? Freunde, mit denen wir nichts mehr zu tun haben wollen, weil sie versagt haben?

Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Nicht nur, dass Jesus seinen Jüngern als einmaligen Akt wie ein Diener die Füße gewaschen hat. Er gibt ihnen trotz ihres Versagens, das er voraussieht, ein Geschenk seiner Liebe mit auf den Weg, das er trotz der Schwachheit der Jünger nicht mehr zurücknehmen wird.
Im Teilen von Brot und Wein dürfen auch wir heute spüren, dass Jesus bei uns ist mit seiner alles verzeihenden Liebe.
Wenn er uns die Eucharistie und damit seine Gegenwart und Liebe schenkt, dann erinnert er uns daran, dass auch wir Freunde und Menschen um uns haben, die schon einmal versagt oder etwas falsch gemacht haben. Das Geschenk seiner Liebe fordert uns heraus, es ihm gleich zu tun.
„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“
In jedem von uns steckt somit also die Gabe, etwas von der gütigen und verzeihenden Liebe Jesu in unserem Leben und Tun sichtbar zu machen. Nicht nur ich darf Fehler machen und auf die Versöhnung der anderen mit mir hoffen, auch anderen darf ich Fehler und Vergebung zugestehen.

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