Fronleichnam 2005 "Mehr als ein Symbol"

Predigt an Fronleichnam - Lesejahr A
Rechtenbach 26.5.2005
Mehr als ein Symbol


Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder!

Was kann man heute noch glauben? Was darf man heute noch für wahr halten?
Was ein Mensch wirklich denkt und empfindet, ist heute schwer zu entdecken. Viele haben Angst davor, ihr Innenleben zu öffnen. Vielleicht aus Angst, sich dadurch verletzbar zu machen?

Deshalb helfen wir uns manchmal mit Symbolen, die die Wahrheit zwar schon erahnen lassen, aber doch nicht so ganz alles herauslassen.
Da schenkt man sich eben eine Rose oder eine Schokolade, um sich zu zeigen, dass man sich gern hat. Da nimmt man sich einmal eine Arbeit ab, damit der andere spürt, dass man es gut mit ihm meint.

Aber diese Symbolsprache birgt immer auch eine Gefahr: Was will der andere von mir? Verstehe ich ihn richtig oder deute ich zu viel in eine symbolische Handlung hinein?

Das Ende vom Lied ist dann, dass einem symbolischen Zeichen irgendwann keine besondere Bedeutung mehr beigemessen wird, um nichts zu überinterpretieren oder gar falsch zu deuten.
Leider vergessen wir dann aber auch, die Symbole durch Worte zu ersetzen. „Ich liebe dich!“, „Ich brauche dich!“, „Schön dass du da bist“, tun dem gut, der sie zu hören bekommt. Solche Sätze und Gedanken sind ein spürbares Zeichen von Wärme und Gegenwart eines lieben Menschen.

Auf einer Symbolebene scheinen wir auch oft mit Gott verkehren zu wollen. Das Brot der Eucharistie, das wir heute durch die Strassen tragen, möchten manche auch gerne auf ein Symbol hin verniedlichen.
Dass da Jesus drin steckt, kann ja nur symbolisch gemeint sein, meinen wohl manche und merken gar nicht, wie sie damit die Liebe Gottes zu den Menschen auch auf eine Ebene heben, die nur symbolisch ist.
Die Liebe Jesu ist echt, seine Lebendigkeit im Brot ist genauso wirklich wie die Tatsache, dass er heute bei der Fronleichnamsprozession durch unsere Straßen geht. Wir sind nur manchmal nicht für Gott bereit oder messen seiner Nähe keine Bedeutung oder nur eine geringe zu.

Wir können heute einmal mehr durch unser Beten und Singen Gott zeigen, dass er uns wichtig ist und dass wir ihm unsere Zeit schenken möchten. Der Schmuck ist ein äußeres Zeichen, das sichtbar machen kann, dass wir uns auch im Innern nicht nur symbolisch, sondern wirklich nach Gottes Nähe sehnen.

zurück zu den Predigten