Faschingspredigt vom Sonntag den 02.03.2003


Pfarrer:

Ihr Christen fromme, nah und fern
Ich hab es regelmäßig gern
Am Faschingssonntag mal zu reimen
Um fröhlich hier auch zu erscheinen
Mit heit´ren Versen motiviert
Sagt manches man gar ungeniert

Mini:

Zum Beispiel dass uns Minis bang
Wenn manche Predigt ist zu lang

 



Pfarrer:

Ach ja, schon in der Sakristei
Hör ich so manchen Jubelschrei
Wenn ich verkünde frei heraus
Heut morgen fällt die Predigt aus.

Mini:

Die Predigt ist nicht wirklich schlecht
Und ist uns ja sonst schon ganz recht
Doch musst du wirklich uns verstehn
Wir solln nicht spät nach Hause gehn

 

Pfarrer:

Soso, ihr Früchtchen macht euch Sorgen
Es wird zu spät so früh am Morgen
Ich glaub im Pfarrheim macht ihr Schoppen
Weil euch gar schnell der Zahn tut tropfen
Mit Apfelschorle, Colamix Vergeht die Zeit dort wie im Nix

Mini:

Naja, das stimmt, doch musst du sagen
Dass wir es wirklich niemals wagen
Wie dort auf unserer Empore
Die Männer stürmen wie im Chore
Noch vor dem End die Kirch hinaus
Wir gehen erst, wenn Schluß ist, raus

 

 

Pfarrer:

Ich kann mich wirklich drauf verlassen
Dass ihr im Schrank habt alle Tassen
Ihr lasst mich nicht alleine hängen
Auch ohne euch erst zu bedrängen
Nur manchmal denk ich muss das sein
Wir gehen grad die Kirche rein
Die Atmosphäre ist famos
Schon geht das Uhrenpiepsen los

Mini:

Moment, das ist schon lang vorbei
Denn uns ist es nicht einerlei,
dass falsche Töne tun erklingen
wenn wir im Gotteslob grad singen
das Handy machen wir stets aus
das Klingeln kam von hinten raus (nach hinten in die Kirche deuten)

 

 

Pfarrer:

Ach diese Handys, eine Plage
Mit dem ich mich nur schwer vertrage
Es sind wohl die modernen Zeiten
Dass man sich muß drauf vorbereiten
Nie hat man wirklich seine Ruh
Das Telefon klingt immerzu

Mini:

Doch ohne Handy ein Problem
Ist es doch grad bei dir extrem
Wie schwer der Pfarrer zu erreichen
Dass man kriegt mal ein Lebenszeichen

 

 

 

Pfarrer:

Wer ist schon immer ständig da
Ich weiß, das wär schon wunderbar
Dass man für jedes der Probleme
Die manchmal gehen ins Extreme
Ne Hilfe hat gleich an der Hand
Das wäre wirklich interessant
Doch jeder braucht auch für sich Zeit
Damit er in Besonnenheit
Sein Leben lernt so zu gestalten
Das er auch einmal kann abschalten

Mini:

Drum sind auch Minis jedes Mal
Das wär ja schließlich nicht normal
Nicht jeden Gottesdienst dabei
Man wechselt ab, ganz einwandfrei

 

 

 

Pfarrer:

Ich will nicht klagen, eher loben
Es freut sich Gott im Himmel droben
Dass so, wie Jesus es sich dachte
Der neue Wein, wie er das sagte
Sich einbringt in die Kirche dann
Als Ministranten bleibt vorndran

Mini:

doch sollte man die alten Schläuche
Das wären sonst die falschen Bräuche
Nicht füllen mit dem neuen Wein
Das kann nicht so arg richtig sein
Für Jugend in der Kirche muss
Ich weiß ich bin ein Pfiffikus
Für neues immer auch Platz sein
Dir fällt doch da auch stets was ein

 

 

Pfarrer:

Danke für das Kompliment
Doch denke ich, dass auch nicht pennt
Wer älter ist und oft auch weiser
Wer groß sein will oder auch Kaiser
Der sollte stets das Alter ehren
Und vor der eignen Türe kehren
Denn nicht nur das ist gut was jung
Auch noch im Alter hat man Schwung

Mini:

Hat erst ein Pfarrer morsche Knochen
Tut er recht stark aufs Alter pochen
Wir sind die Jugend und so Frei
Hier in der Kirche voll dabei
Und manchmal wollen wir auch hören,
was andere tut mal verstören
nicht nur von Orgeln coole Klänge
auch einmal Pop und Rockgesänge

 

 

Pfarrer:

Naja, daran soll es nicht scheitern
Wir woll´n uns daran nicht ereifern
Denn Kirche lebt ja auch nicht nur
Von einer Richtung die bleibt stur
Auch Jesus sagt Ihr sollt nicht fasten
Und tragen an euch Trauerquasten

Mini:

Dann brauchen wir nicht mehr zu fasten
Und nicht mehr tragen schwere Lasten?
Wir können in der Fastenzeit
Auch Naschen grad wie jederzeit?

 

 

 

Pfarrer:

Moment, sieh bitte hin ganz richtig
Für wen Gott stets ist immer wichtig
Der trägt ihn fest in seinem Herzen
Kann auch Verzicht mal gut verschmerzen
Weil Fasten uns Gott näher bringt
Das Leben uns noch mehr gelingt
Das Fasten soll drum dann beginnen
Wenn Gott dir fehlt in vielen Dingen

Mini:

Ich bin doch fleißig Ministrant
Und Gott ist mir nicht unbekannt
Geh gerne in die Kirche rein
Wozu soll dann noch fasten sein?

 

 

 

Pfarrer:

Ein Ministrant trägt Gott im Herzen
Auch dann, wenn er in manchen Scherzen
Er über andre Witze macht
Und dann auch noch darüber lacht
Auch gute Christen sind mal schwach
Und leben ihren Glauben flach
Doch statt nur über die zu schimpfen
Die Gott und Kirche verunglimpfen
Soll man sich selbst ziehn an der Nase
Weil man in mancher Lebensphase
Ja auch nicht besser als die andern
Hat bei sich selbst was zu bestanden

Mini:

Selbst so ein Pfarrer ist mal laut
Und dabei auf den Putz schnell haut
Weil in der Sakristei beizeiten
Sich wieder mal zwei Minis streiten
Und grade den für schuldig hält
Der überhaupt nichts angestellt

 

 

 

Pfarrer:

Unschuldig ist da meistens keiner
Doch schaun Gesichter an mich reiner
Als wären´s lauter kleine Engel
Darunter sind gar liebe Bengel

Mini:

Ein Glück, dass Jesus selbst bei denen
Die manchmal sind gar sehr verwegen
Geduldig hat auch akzeptiert
Dass jeder Mensch sich mal blamiert

 

 

Pfarrer:

Ein Fehler lässt sich dann vergessen
Wer einsieht, was er ausgefressen
Wer ewig schaut auf alte Sünden
Und die will auch noch laut verkünden
Der soll das Alte ruhen lassen
Und einmal geh´n auf neuen Strassen
Denn niemand ist davor gefeit
Auch selbst zu sein ein Grund für Streit
Drum suchen wir uns neue Bräuche
Neuer Wein in neue Schläuche

Mini:

Ja so wird unsre Kirche jung
dann kommt er rein der neue Schwung
nicht weil wir alles anders machen
sondern in sehr vielen Sachen
Gott entdecken und auch spüren
Er lässt uns seine Liebe fühlen
Das macht unsre Kirche jung
Und sorgt für die Begeisterung

 

 

 

Pfarrer + Mini:

             Das Leben wird nicht rückwärts gehen
            Wenn wir nicht auf den Wegen stehen

 

 

Pfarrer:

Ob jung,

Mini:

ob alt,

 

 

Pfarrer:

ob groß,

Mini:

ob klein
Gott mag die Pfarrer


Pfarrer:

und die Minilein


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